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Nach Windows 7 kommt Windows 10

Kritische Aspekte des kostenlosen automatischen Upgrades

Microsoft hat den Veröffentlichungstermin von Windows 10 für den 29. Juli 2015 bestätigt – zumindest für Privatpersonen sowie kleine und mittelständische Unternehmen.

Damit wird für die allermeisten Unternehmen die nächste Betriebssystemversion nach Windows 7 (für einige Unternehmen sogar nach Windows XP, wenn man den vielen Presseberichten hierzu Glauben schenken darf !) ganz klar Windows 10 werden. Doch wie immer bei neuen Versionen einer Software, gibt es auch hier einige Aspekte, die ein Unternehmen besser vor einer Umstellung durchdenken sollte, um böse Überraschungen zu vermeiden. Im speziellen Fall von Windows 10 sind dies aus unserer Sicht insbesondere:

Automatisches Update von Win 7 / 8.1 auf Win 10

Mit dem seit März 2015 verfügbaren und per Windows Update verteilten Microsoft Update KB3035583 wurde das Programm GWX.exe = »Get Windows 10« automatisch auf die Rechner von Windows Nutzern gebracht, die einen für das kostenlose Upgrade auf Windows 10 geeigneten Rechner betreiben. Hierüber soll dann bei Verfügbarkeit von Windows 10 auch der Download und die Ausführung des Upgrades auf Windows 10 verwaltet werden.

UNSER RAT: Stellen Sie sicher, dass dieses automatisierte Upgrade nicht auf allen oder einigen Rechnern zu Ausführung kommt, solange der Umstieg auf die neue Windows Version nicht geplant und die erforderlichen Tests hierfür nicht erfolgt sind. Besonderes Augenmerk ist dabei auf Notebooks sowie Arbeitsplätze in Filialen, Niederlassungen oder im Home Office zu legen. Da diese häufig nicht zentral verwaltet werden, sind sie besonders „anfällig“ für ein solches ggf. noch unerwünschtes und dann auch risikobehaftetes Upgrade

Lizenzrechtliche Probleme durch kostenloses Upgrade

Natürlich können Sie als Unternehmen die Ordnungsmäßigkeit ihrer vorhandenen Windows Lizenzen anhand von Kaufbelegen nachweisen. Aber wie steht es mit dem Nachweis einer ordentlichen Lizensierung bei einem automatisch durch Microsoft erfolgten kostenlosen Upgrade auf Windows 10? Und wie stellt sich die Situation dar, wenn Sie irgendwann einen automatisch aktualisierten Arbeitsplatz neu installieren müssen? Als ordentlich lizensiertes Installationsobjekt steht Ihnen dann ja nur das ursprüngliche Windows 7 oder Windows 8.1 zur Verfügung. Denn das nun anstehende kostenlose Upgrade auf Windows 10 erfolgt ja ausschließlich als Upgrade per Download.

UNSER RAT: Prüfen Sie die lizenzrechtliche Situation für Ihr Unternehmen, binden Sie Ihre IT-Abteilung / IT-Dienstleister mit ein und schaffen Sie eine lizenzrechtlich valide Basis für eine geplante Umstellung auf Windows 10.

Das neue Update Konzept von Windows 10

Mit Windows 10 findet das Konzept sogenannter „rolling releases“ den Einzug in die Windows Welt. Anders als bisher, wird es nicht mehr eine „stabile“ Version der Software geben, die immer Ausdruck in der Versionsbezeichnung und Nennung des Service Packs fand (Win XP, Win XP SP 3 oder Win 7 SP 1), wobei zwischen diesen Versionen lediglich Sicherheitsupdates erfolgten (einzelne Ausnahmen bestätigen die Regel).

Mit Windows 10 wird es neben Sicherheitsupdates auch kontinuierlich funktionale Veränderungen und Erweiterungen für das Betriebssystem geben, ohne dass diese durch eine „eigene“ Versionsnummer kenntlich gemacht werden – Sie kennen das Konzept z.B. von mobilen Apps auf Ihrem Smartphone. Da für Unternehmen ein solches „rolling release“ Konzept durchaus erhebliche Risiken und Aufwand (Tests) mit sich bringt, führt Microsoft für die Pro Edition von Windows 10 das sogenannte Windows Update for Business (WUFB) ein. WUFB arbeitet dabei mit sogenannten „distribution rings“, also verschiedenen definierbaren Ebenen. Systeme werden dann je nach zugeordneter Ebene sofort mit verfügbaren funktionalen Updates versorgt, schließen funktionale Updates vollständig aus oder ermöglichen dem Unternehmen funktionale Updates nach eigener Planung in Produktion zu nehmen.

Sicherheitsupdates sollen ebenso per WUFB sofort verteilt werden oder wahlweise bei der bekannten Vorgehensweise – dem monatlichen Patch Day – verbleiben. Vorhandene und vielleicht schon im Einsatz befindliche Softwaremanagementkonzepte wie WSUS (Windows Server Update Services) und SCCM (System Center Configuration Manager) bleiben parallel bestehen.

UNSER RAT: WUFB bringt ein neues Konzept in Ihre IT-Umgebung. Stellen Sie sicher, dass Ihre IT-Abteilung / IT-Dienstleister diesen Aspekt bei einem geplanten Umstieg auf Windows 10 berücksichtigt und das Konzept der „distribution rings“ sinnvoll auf Ihre Anforderungen umsetzt. Des Weiteren wird WUFB wohl nur für Windows 10 Systeme zur Verfügung stehen und führt damit zu zusätzlicher Komplexität bei gemischten Umgebungen mit Win 7 oder Win 8.
 
WICHTIG: Mit den durch WUFB kontinuierlich (24/7) verteilten Sicherheitspatches werden die zugrunde liegenden Sicherheitslücken natürlich auch öffentlich! Damit steigt das Bedrohungsrisiko für Unternehmen, die an einem monatlichen „Patch Day“ festhalten und macht weitere Maßnahmen im Risikomanagement notwendig.
 

Im Dialog entsteht Klarheit. Gerne sprechen wir ganz unverbindlich mit Ihnen über dieses und andere Themen.